KW 37 · 12. September 2026 · 8 Min.
Steine, die bleiben
Ahnatal verlegt seine ersten Stolpersteine. Dazu: der Kindersachen-Basar im Bürgersaal und was die Gemeinde zur Bürgermeisterwahl bekannt gibt.

Erste Stolpersteinverlegung
Die Familien Alexander und Loewenstein
Am 7. September hat Ahnatal zum ersten Mal Stolpersteine verlegt. Die Gedenkfeier galt den jüdischen Familien Alexander und Loewenstein, die hier gelebt haben, bevor sie vertrieben und ermordet wurden. Vor den Häusern, in denen sie wohnten, liegen jetzt Messingplatten im Pflaster — Namen, Geburtsjahr, Ort und Datum der Deportation.
Es war stiller als bei den meisten Gemeindefeiern. Nachbarn, Schülerinnen, Vertreter der Gemeinde und Gäste aus Kassel standen dicht beieinander. Wer wollte, konnte nach der Verlegung eine kurze Biografie lesen, die der Arbeitskreis Erinnerungskultur zusammengestellt hat.
Stolpersteine sind kein Denkmal auf einem Sockel. Man geht über sie. Man bückt sich. Genau das ist die Idee des Künstlers Gunter Demnig: Erinnerung, die im Alltag liegt. In Ahnatal lag sie bisher vor allem in Akten. Jetzt liegt sie auf der Straße.

Kindersachen-Basar
Second Hand unter der Decke des Bürgersaals
Zwei Tage später füllte sich der Bürgersaal wieder — diesmal mit Kleiderstangen, Kartons voller Gummistiefel und dem Geruch von Kaffee. Der Kindersachen-Basar ist seit Jahren einer der Termine, an denen man halb Ahnatal trifft, ohne dass jemand eine Einladung braucht.
Neu in diesem Durchgang: Late-Night-Shopping. Wer nach der Arbeit kommt, findet noch Tische. Die Organisatorinnen bitten darum, unverkaufte Ware am Abend wieder mitzunehmen. Was liegen bleibt, landet nicht im Müll, sondern bei der Kleiderkammer.
Amtliche Bekanntmachung
Wahltermin, Stichwahl, Vorschläge
Ende August hat die Gemeinde den Wahltag für die Bürgermeisterwahl bekannt gegeben — und den Tag einer möglichen Stichwahl. Wer kandidieren will, muss die Unterlagen fristgerecht einreichen. Drei Namen sind im Gespräch, darunter Amtsinhaber Stephan Hänes.
Wir schreiben hier keine Wahlempfehlung. Wir schreiben, dass das Rathaus in der Wilhelmsthaler Straße 3 die Unterlagen ausgibt, und dass die Entscheidung über die nächsten sechs Jahre nicht im Chat der Klassengemeinschaft fällt, sondern an der Urne.

